Das besondere Fleur de Sel

Familie Genth, von denen wir, u.a., unser Fleur de Sel beziehen, liefert hier einige Hintergrund-Informationen. Diese erklären, warum dieses Fleur wirklich etwas ganz Besonderes ist (Die Bilder sind von Dagmar Genth, Viele Dank):

Doch lesen Sie selbst:

ALISSEOS – Fleur de Sel aus Griechenland

Der Grieche «versalzt» sich sein Leben – mit Genuss!

 

Schon in der Antike hatte das Salz eine besondere Bedeutung für den Griechen – und dies nicht nur zur Haltbarmachung diverser Lebensmittel: Es war durchaus eine Definition für Luxus, sich «sein Leben versalzen» zu können. Und wenn man sich schon einmal etwas gönnte, so sollte es auch richtig gut sein!

 

Das aromatischste und begehrteste Salz kam seit jeher aus dem Süden der Peloponnes, genauer: Von derWestküste der Mani, vor welcher – wie man heute weiß – der tiefste Graben des Mittelmeeres liegt. Eswar laut Überlieferung der Hit unter den Genießern der Antike – und so ist es bis heute: Sein Geschmackist außergewöhnlich vielfältig und aromatisch, ein Geheimtipp unter Kennern.

Nur noch wenige, ausschließlich bejahrte Salzsammler jedoch pflegen diese uralte Tradition weiter, denn geerntet wird nach wie vor aus den natürlichen Steinbecken der felsigen Küste, welche ausschließlich zuFuß, oder im besten Falle mit einem Boot zu erreichen sind. Eine mühsame und für die wenigen jungenMenschen hier leider eine unattraktive Arbeit.

Wir begleiteten des öfteren verschiedene Sammler, und waren immer beeindruckt über die Sorgfalt und Geduld dieser Menschen.

 

 

 

 

 

Ende Mai, wenn der Regen aufhört und die Sonne an Kraft gewinnt, säubern sie die Steinbecken, deren Durchmesser meist weniger als einen Meter, und ihre Tiefe nur ca. 15 cm beträgt. Es sindAuswaschungen, ehemals Hohlräume, welche oft im **Karst vorkommen. Sie sind durch ausschließlich mündliche Überlieferung aus wahrhaftig uralten Zeiten unter den Salzsammlern aufgeteilt - bis heute in friedlichem Respekt für das Revier des Nachbarn!

Noch vor Sonnenaufgang lenken sie im Sommer täglich ihre kleinen Boote die unbewohnte Küste hinunter, oder klettern die unzugänglichen Felsen hinunter zu den meernahen Becken, welche sie noch per Hand mit frischem Meerwasser füllen.

Nach etwa 10 Tagen bilden sich dort die ersten Salzkrusten an der Wasseroberfläche, werden von Hand abgeschöpft, in Siebe gefüllt und zum Trocknen mit nach Hause genommen. Nach weiteren 2-3 Tagen kehren die Sammler zu den gleichen Steinbecken zurück und schöpfen die sich erneut gebildete "Salzblume" ab. Die Felsenmulden dürfen in keinem Falle austrocken – die Geschmacksnerven und der Stolz derManioten definierten hier schon vor Jahrtausenden das «Fleur»!

 

Regnet es jedoch, so müssen die Becken wieder leer gepumpt oder geschöpft werden, damit das Fleur nicht «verwässert», d.h. seinen Geschmack verliert, der es auszeichnet!

 

Ursprünglich und noch bis vor wenigen Jahrzehnten waren viele geduldige Frauen die großen Salzsammler der Mani. Ihnen oblag der «Haushalt» im allerweitesten Sinne, denn den Männern blieb oft keine Zeit: Viele Besatzungesmächte versuchten immer wieder, nicht nur Griechenland, sondern auch dieMani zu erobern. Ersteres gelang des Öfteren – letzteres nie wirklich: Den Manioten beseelt ein ausgeprägter Stolz für sein Land, in welchem ein Jeder sein «privates Königreich» durchaus mit allenMitteln verteidigt.

 

Bis heute sind diese maniotischen Salzsammler eine kleine, stolze Gemeinde. Unser Kontakt zu ihnen ist über Jahrzehnte gewachsen, es entstanden vertrauensvolle Freundschaften und es ist auch unser Anliegen, Sammler zu motivieren, diese in Europa sicher einzigartige Tradition weiterpflegen zu wollen - und zu können!

 

** Nähere Erläuterung zu dem Küstengestein, Karst: Es handelt sich um Breccie (Brekzie) , bestehend aus (mit tonigem oder kalkigem Bindemittel) verbackenem klastischen (Truemmer) Gestein ('Ur'- Schutt) , in dem immer wieder größere oder kleinere Hohlräume vorkommen.